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Was ist gegen
eine Demokratie einzuwenden? Wir dürfen selber entscheiden, wen wir wählen
wollen! Wir haben das Glück, eine Partei wählen zu können, die unsere
Interessen vertritt!
Wirklich? Haben wir tatsächlich eine Wahl? Die Wähler versuchen, sich über die verschiedenen Parteien zu informieren, indem sie die Zeitung lesen und täglich den Fernseher anschalten, wenn die Nachrichten laufen. Aber wie viele von ihnen entdecken DIE Partei, die genau ihre Interessen vetritt? Und wer kann von sich selbst behaupten, dass er der gewählten Partei vollkommen vertraut? Eine Partei ist nicht in der Lage, die individuellen Interessen jedes Einzelnen zu vertreten!
Die herrschende
Ideologie der Macht will uns mit Gewalt glauben lassen, dass die
parlamentarische Demokratie der höchste Willensausdruck der Bevökerung sei. Und
dass Wahlen den Mächtigen ihre Berechtigung geben.
Der
Stand der Dinge Am 21. Oktober 2007 finden in der Schweiz wieder
nationale Wahlen statt und das „Schweizer Stimmvolk“ wird aufgefordert, seine
Stimme abzugeben. Von vielen Seiten her wird zur Beteiligung an diesem
Spektakel aufgerufen, das angeblich dazu dienen soll, die Macht im Staat auf
neue Abgeordnete und Delegierte um- bzw. neuzuverteilen. Auch Jugendliche, die
das Stimmalter schon erreicht haben, werden vermehrt von Parteien motiviert
sich an den nationalen Wahlen zu beteiligen und werden so im Interesse der
Parteien zur Festigung der staatlichen Macht eingespannt. Im Vorfeld der
diesjährigen Wahlen wurde aus dem Umfeld der herrschenden Parteien eine
schweizweite Wahlkampagne namens „21.Oktober – Besser wählen“ iniziiert Sie
richtet sich hauptsächlich an Jugendliche um diese zur scheinbaren
Mitbestimmung im Staat zu begeistern. Die „Besser wählen“-Kampagne bezieht sich
mit ihren Inhalten natürlich positiv auf den bürgerlichen Staat und die
herrschende Ordnung des Kapitalismus.
Gestern sagte jemand zu mir, am Sonntag wäre Wahl. “Welche Wahl?” habe
ich gefragt. Ob ich denn nicht die Plakate gesehen hätte, die überall hingen.
Doch, sicherlich, Plakate habe ich gesehen. Na ja, dann solle ich doch nicht so
blöd fragen.
Die
parlamentarische Demokratie mag die beste aller möglichen Regierungsformen sein
- die anarchistische Parlamentarismuskritik richtet sich jedoch gegen die
Zumutung, überhaupt regiert zu werden. Es geht dem Anarchismus nicht um eine
alternative Regierung, sondern um Alternativen zur Regierung.
Ein weiteres wichtiges und interessantes Dokument
aus vergangenen Zeiten der Bewegung hat der Anarcho-Syndikalistische Kreis
Hamburg/Vereinigung aller Berufe (ASK/VAB Hamburg) auf seiner Homepage
veröffentlicht. Nach der Beschaffung und Information des Schwarzrotbuchs der
Gruppe DAS (Syndikalismus.tk berichtete) findet sich nun die
Antiwahl-Propaganda Schrift der Freien Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) zur
Reichstagswahl vom 31. Juli 1932 zum vollständigen Download als PDF.